Schulung im Januar

Schulung im Januar

Unter dem Motto: “Lasst uns darüber sprechen, denn die Kunstwelt ist im Wandel!“ wurde unsere diesjährige Schulung eröffnet.
Wie immer sprechen wir über die verschiedenen Zollverfahren. Ich denke, wir haben mittlerweile vielen Galeriemitarbeitern das eine oder andere nun eindringlich erklärt. Vieles ist mittlerweile hängen geblieben, die Rückfragen sind dieses Jahr fast ausgeblieben. Wir sind stolz auf Euch! Wir werden das Thema nächstes Jahr, denke ich, einmal ruhen lassen.

Unser erster Gastredner Dr Zilkens konnte in einer freien Präsentation in Form eines Workshops die Teilnehmer in das Thema Versicherungen einbinden.
Er räumte mit einigen falschen Mutmaßungen auf. Er erklärte auch noch mal die Bedeutung eines Spediteurs und eines Frachtführers und deren Haftungshöhe.
Der Spediteur nimmt den Auftrag an und beauftragt andere Dienstleister Arbeiten zu verrichten, bis die Kunst am Zielort heil ankommt.
Dies muss er nicht zwangsmäßig selber tun. Dies fahren dann andere Frachtführer für ihn. Der Kunde hält aber zu aller erst den Spediteur haftbar, der leitet den Schadensfall an den Frachtführer weiter, den er gebucht hat.
Bucht eine Galerie alles selber und agiert demnach selber als Spediteur, muss sie sich genau um das dann auch kümmern.
Das bisschen was eingespart wird, verliert sich im Schadensfall eindeutig bei der Regulierung bzw Haftbarhaltung.
Es ist wichtig zu wissen, dass ein Transport immer über eine Transportversicherung abgedeckt ist. Der Spediteur haftet nur mit seiner Verkehrshaftpflicht Versicherung. Diese hilft der Galerie aber nicht weiter. Es sei denn der Spediteur agiert grob fahrlässig oder mit Vorsatz und es kann ihm auch nachgewiesen werden. Ein guter Kunstspediteur, so wie ARTSECO und einige andere, handelt aber nicht grob fahrlässig oder mit Vorsatz. Daher prallt der Regressanspruch beim Spediteur dann ab. Hier muss eine Transportversicherung greifen, dafür sind sie da.

Unser zweiter Gastredner dieses Jahr war Edwin Zijderfeld von der Atmosfair GmbH.
Zuerst stellte er das NGO Unternehmen vor, das sich damit beschäftigt Entwicklungshilfe in Dritte Welt Ländern zu leisten aber auch die CO2 Emissionen auf dieser Welt zu reduzieren.
Sie investieren Geld und Manpower und knowhow in Projekte weltweit, um Kulturen aufzuklären und sie unabhängig in eine saubere Welt zu führen. Länder in denen es einfach an Allem fehlt, um selbstverständlich umweltfreundliche Alternativen durchzusetzen,
Kulturen, die von den Industrienationen durch unser Konsumverhalten ausgebeutet wurden und am Rande des Existenzminimums leben.

Dort, wo Wasser aus dem Hahn, Wärme aus der Heizung oder Gas zum Kochen keine Selbstverständlichkeit ist, arbeiten diese NGOs und rufen Projekte aus, um den Menschen dort zu helfen und eben nicht den selben Fehler zu begehen wie wir und Raubrodungen an der Natur aus Profitgier durchzuführen sondern sie zu nutzen und gleichzeitig aufzubauen.

Um diese Projekte zu finanzieren hat man das Thema „CO2 Fußabdruck Kompensation“ in die Welt gerufen.
Man muss sich klar machen, dass der Kunsttransport einer Kiste von Berlin nach New York ein bestimmtes Maß an CO2 Emissionen verursacht. Das Geschäft verlangt nun mal Mobilität, die man nicht vermeiden kann, aber man kann sie kompensieren.

Nur kurz zu den Themen hierunter:
WTW = Well-To-Wheel, also von der ‘Ölquelle’ bis zur Lieferung der Ware.
TTW = Tank-To-Wheel, also von der Tankstelle bis zur Lieferung der Ware.
Grundsätzlich sollte man die Emissionen möglichst vollständig erfassen, also inklusive der Vorkette, d.h. inklusive der Emissionen die entstanden sind, um den Treibstoff bereitzustellen. Für die Flugemissionen von Personen (unser Kerngeschäft) verwenden wir die WTW-Werte, was auch den Standard in der Branche entspricht.

Bei der Tonnage ist von ‚CO₂-Äquivalenten‘ die Rede. Hiermit werden alle Emissionen erfasst, die eine Klimawirkung haben. Hier fließt also nicht nur die reine CO₂-Menge mit ein, sondern auch die anderen Treibhausgase die beim Transport entstehen (Ozon, Stickoxide, Schwefeloxide, usw.). Um eine einheitliche Rechengrundlage zu bekommen, rechnet man die Klimawirkung aller einzelnen Gase in CO₂-Äquivalenten um.

Vorausgesetzt man betrachtet nur die Luftfracht, können wir das Gewicht, die Entfernung und die Transportart bestimmen.
Hieraus lässt sich die CO2 Emission in cbm darstellen, welches im Verhältnis zur Vermeidung neuer Emissionssünden ( Waldrodungen, Wasserverschmutzung, CO2 Emission verursachen durch Verbrennung) gestellt wird.
In den Projekten wird CO2 Emission vermieden und dadurch kann man mit Unterstützung dieser Projekte seine Transport -CO2 Emission kompensieren. Es klingt ein wenig so, als ob man ruhig so weiter machen kann, solange man nur immer wieder sein Gewissen erleichtert und Geld bezahlt. Fakt ist jedoch, dass man im Input sowie im Output sich verbessern kann. Ich denke für uns und unsere Kunden werden die Transporte und Ihre Folgen dadurch sichtbarer. Die Kunstlogistik erwacht aus Ihrem Schneewittchen Schlaf und fängt an sich selbst und Ihr Umfeld zu hinterfragen. Dazu gehören Transportmittel, Transportverpackungen, Kistenbau, Lagerung, Transportwege, globales Messegeschäft, Ausstellungen und vieles mehr..

Wir werden anfangen unseren Kunden dies bald pro Anfrage aufzuzeigen, damit sie selbst entscheiden können, ob sie für Ihren Kunsttransport eine Kompensation freiwillig zahlen möchten.
Wir verwalten die Zahlungen und rechnen in Zyklen transparent für den Kunden mit www.Atmosfair.com ab.
So kann jede Galerie am Ende des Jahres sehen, wieviel wir insgesamt aber auch wieviel die Galerie über uns über das gesamte Jahr kompensiert habt und welche Projekt damit unterstützt wurden.

Wir halten Euch auf dem Laufenden und freuen uns auf den nächsten Workshop mit Euch

Euer ARTSECO Team

Auf unserer Facebook-seit gibt es noch ein paar mehr Fotos zu sehen:

https://www.facebook.com/artsecoGmbH/